Momentaufnahme: Es gibt sie noch….

….die GUTEN Menschen.

Vorgestern war ich mit meiner Freundin in der Stadt um noch ein paar Sachen für meine bevorstehende Hochzeit zu besorgen. Schuhe, Handtasche, Haarschmuck usw.

Mein Kleid hatten wir als erstes abgeholt, die Änderung war erfolgreich, sitzt wie angegossen.

Wir haben auf einem Parkplatz mit Parkscheibe geparkt, zwei Stunden hatten wir also Zeit. Nach drei Stunden waren wir fertig und gingen zum Auto…. und es standen zwei Ordnunghüter davor, eine Frau und ein Mann zwischen 50 und 60.

Als wir auf sie zugingen sagte meine Freundin: „Die Braut ist Schuld! Sie musste ja unbedingt noch Schuhe kaufen.“ Ich stand nur daneben und habe mein bestes Lächeln aufgesetzt, welches auch gewirkt hat. Herr Ordnunghüter sagte nur: „Na das ist mal ein Brautlächeln.“

Sie fragten ob ich Schuhe gefunden habe, was ich nicht hatte und mit einem „Oh schade“ kommentiert wurde. Meine Freundin wies dann darauf hin dass aber ja das Kleid hinten im Auto hängt. Beide pressten ihre Nase an die Scheibe und beurteilten mein Kleid. „Das ist ja schön…. tolle Farbe…. ganz besonders…. usw.!

Meine Freundin und ich mussten die ganze Zeit schmunzeln.

Dann schaute Herr Ordunghüter mich an und wies auf dieses komische Gerät welches er in der Hand hielt und fragte mich: „Was soll ich machen? Ich kann jetzt auf senden oder auf leeren drücken.“ Und ich: “ Leeren wäre schon echt lieb.“ „Dann machen wir das, hoffentlich finden sie noch Schuhe und viel Spaß auf der Hochzeit.“

Er gab mir noch den Hinweiszettel den man immer unterm Scheibenwischer hat, dieses Ordnungswiedrigkeit bla, bla…. Ding. Und sagte: „Fürs Hochzeitsalbum!“

Mein Verlobter hat sich kaputt gelacht als wir ihm die Geschichte erzählt haben.

Ein unvergesslich, tolles Erlebnis, welches mir gezeigt hat:

Es gibt sie noch, die guten Menschen!

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Zwischending

Ich bin immer nur ein bisschen vom Ganzen, nie vollkommen, ein Zwischending, nur ausreichend, ein bisschen verschwommen. Ich bin glücklich und traurig zur gleichen Zeit, wünsch mir mehr Abenteuer doch liebe die Einfachheit.

Ich bin neugierig, will aber eigentlich nichts wissen. Will loslassen, doch bin ein Meister im vermissen. Bin kein Urteiler, doch analysiere jeden. Wills auf mich zukommen lassen und machs kaputt mit reden.

Will Berge erklimmen, doch nicht hoch hinaus, die Sonne genießen, doch bleibe im Haus. Ich will dies und das erleben, und tu es doch nie. Meine Wünschen so groß, ein Meer aus Utopie.

Ich bin nicht kompliziert, nur ein bisschen komplex, vielschichtig, andersartig, verwirrt und gehetzt. Ich bin weder cool noch langweilig, sondern von beidem ein bisschen. Ich mag keine Nähe, doch verteile gern Küsschen.

Bin Aufgeber und Kämpfer zugleich. Denke immer ich habe nichts und fühl mich trotzdem reich. Ich will die große Liebe erleben, doch meine Freiheit nicht aufgeben. Will neue Menschen in mein Leben lassen, doch habe Angst vor den großen Massen.

Ich würde gern flüchten, vor allem, vor jedem, doch lieb mein zuhause, liebe mein Leben.

Und manchmal ist dann nichts mehr da, dann werde ich still, zieh mich zurück und frag was ich will. Heraus kommt ein wenn und ein aber, vielleicht und niemals, steh zwischen den Stühlen meiner großen Vielfalt.

Ich bin immer zwei von mir. Ein wenn und ein aber, ein ja und ein nein, ein gut und ein schlecht bin immer ein Zwischending, nie ausreichend, niemals perfekt.

Doch wenn ich eins mit Sicherheit sagen kann: „Ich bin wahrhaftig, ich bin echt.“

© Steffi Sandmann

Superman

Ich wollte mal so sein wie du, so erfolgreich und zielgerichtet, immer Möglichkeiten im Blick, um sie zu nutzen wenns sein muss mit nem Trick. Von allen beneidet und angesehen zugleich, doch dann sah ich deine Einsamkeit und dein Misstrauen und ich möchte niemals solche Mauern bauen.

Und ich hab gedacht du wärst Superman doch dann stellte sich raus… du bist wie jeder andere auch.

Ich wollte mal so sein wie du, so stark und kontrolliert, immer in Spur egal was passiert. Von allen geliebt und geachtet, doch dann fiel mir auf, das war nur eine Maske, nur Schein und so möchte ich niemals sein.

Und ich hab gedacht du wärst Superman doch dann stellte sich raus… du bist wie jeder andere auch.

Ich wollte mal so sein wie du, so perfekt und strahlend, von morgens bis abends. Von allen bewundert und vergöttert, doch dann sah ich deine Überheblichkeit und Intoleranz, nein, so möchte ich nicht sein dass ich über allen anderen tanz.

Und ich hab gedacht du wärst Superman doch dann stellte sich raus… du bist wie jeder andere auch.

Irgendwann wollte ich so sein wie ich, glücklich und zufrieden mit dem was ich hab, einfach leben von Tag zu Tag. Was andere von mir denken ist mir egal und wenn ich mal traurig bin dann lass ich mich fallen. Und dann sehe ich meine Schwächen und Fehler und denke: So muss ich jetzt sein, einfach menschlich und hin und wieder winzig klein.

Und ich denke ich bin trotzdem Superman, und bemerke dann, dass ist ja jeder andere auch auf  seine Art und Weise, weil jeder befindet sich auf seiner eigenen Reise. Um die zu bestehen bedarf es Heldenmut, weil jeder Weg ist mal schön und mal weniger gut und somit ist jeder ein Superman, ob mit oder ohne Cape, es jeder selbst entscheiden kann, wohin die Reise geht und wie er sie bestreitet und am Ende sind wir wieder alle gleich wenn das Leben uns entgleitet.

© Steffi Sandmann

Langeweile besäuft sich

Mir ist langweilig…“ Wie oft sagt man diesen Satz in seinem Leben nur um sich dann hinzulegen, sich vorzumachen man hätte nichts zu tun und gönnt es sich mal auszuruhen. Ich schrieb schon einmal ‚Meine Träume die erfülle ich mir morgen‚ heute mache ich mir darüber keine Sorgen, denn mir ist lieber langweilig also tue ich einfach gar nichts und entspanne mich.

Aber seien wir mal ehrlich, Langeweile existiert doch nicht. Das Wort darf es gar nicht geben, da muss ich mal den Finger heben und mich melden, denn es gibt immer was zu schaffen, man muss sich dazu nur aufraffen. Der Motivation eine Chance geben sich erheben, sein Leben in die Hände nehmen und die Gewohnheit ablegen. Keine Angst haben zu scheitern, sondern einfach machen, selbst wenn andere darüber lachen.

Das Wort Langweilig steht nicht länger zur Verfügung, denn es ist nur eine Trübung des eigentlichen Lebens, es muss verschwinden sonst ist deine Anwesenheit hier vergebens. Dann wirst du irgendwann sagen: „Ja, mein Leben das war gefüllt mit Langeweile, ich musste gar nichts dafür tun, hab mein Leben verschlafen, aber dafür bin ich ausgeruht.“ Doch dafür hast du nichts erlebt und nichts erreicht und wenn sich dann dein Leben zum Ende neigt und dir einfällt was du alles hättest machen können, anstatt dich hinter einem Wort zu verstecken und jahrelang zu pennen.

Lass es nicht soweit kommen, du musst dich davon trennen, sei neugierig, probier alles aus und lern alles kennen. Langeweile ist nun nicht mehr präsent, der Eintrag im Duden wird beiseite geschafft und es wird Platz gemacht für Wunscherfüllung und Traumleben und wenn du es richtig machst dann wirst du am Ende Sinatra zitieren:

„You only live once, and the way I live once is enough.“

Wie toll wäre das? Und was hättest du für einen Spass!?

© Steffi Sandmann

Gestern im Heute

Ich bin mir unsicher ob ich hier jetzt mit diesem ein wenig traurigen Text starten soll. Aber so habt ihr etwas zu lesen während ich den Blog neu erstelle  
Der Text ist glaube ich irgendwann in 2016 entstanden. Anfang 2018 habe ich ihn für einen Schreibwettbewerb noch weiter ausgeschmückt. Eine zweites Mal an dem Text zu arbeiten hat mir sehr viel Freude bereitet, so dass ich dies nun auch mit meinen anderen Texten machen werde, die hier so nach und nach auftauchen werden. 

Heute erzähle ich euch eine Geschichte. Es fällt mir nicht leicht, doch ich habe das Gefühl, es ist wichtig, dass ich darüber schreib‘. 

Da sitzt jemand neben mir, während ich diese Zeilen schreibe und legt seine Arme um mich, falls ich weine. Er ist immer an meiner Seite und passt auf mich auf, auch wenn mir manchmal alles zu viel wird und ich ihm davon lauf‘. In dem was passierte sehe ich keinen Sinn und Zweck, auch wenn er bei mir ist, ist er viel zu weit weg. Manchmal verliere ich den Glauben und damit auch ihn. Dann verzweifle ich an jeder Kleinigkeit und zerbreche innerlich. Und dann kommt er an und setzt mich wieder zusammen. Er lässt mich seine Liebe spüren, so dass ich mir wünsche ihn zu berühren. Doch das ist unmöglich, denn er ist nicht hier, er lebt in meiner Erinnerung, er lebt in mir. 

Vor achtzehn Jahren bekam ich eine Nachricht die ich nie vergessen werde: ‚…schwerer Autounfall… es tut mir leid…‘ Alles in mir war ausgeschaltet, ich dachte ich sterbe. Wieder zu mir kam ich auf Knien in der Menschenmenge, mein  Kopf war leer, wie ich nach Hause gekommen bin wusste ich nicht mehr. Ich bin abgehauen, bin selbst gefahren, doch fehlt mir die Erinnerung daran.

Vor achtzehn Jahren ist meine heile Welt zusammengebrochen. Bis dahin habe ich mir wirklich viel vom Leben versprochen. Doch an diesem Tag bin ich nie vorbei gekommen, er geht immer neben mir her und hat mir den Leichtsinn und die Lebensfreude genommen. 

Mit zweiundzwanzig Jahren hat er diese Welt verlassen und ich bin gelaufen durch dunkle Gassen, vorbei an tiefschwarzen Ecken die mir einjagten Angst und Schrecken. Ich verzweifelte auf der Suche nach ihm, er war nirgends zu finden und niemand konnte mich aufhalten und meine Wunden verbinden. Die Sehnsucht wand sich um mich wie ein unsichtbares Tuch, immer fester, ich drohte zu ersticken, es war wie ein Fluch.

Vor achtzehn Jahren bin ich jeden Tag auf den Friedhof gegangen, habe versucht zu verstehen und es irgendwie anzunehmen. Die Wirklichkeit war so weit entfernt, ich konnte sie nicht fassen, alles um mich rum war Wüste, unglaublich einsam und verlassen. Alles war in Nebel eingehüllt und hat sich unglaublich falsch angefühlt. Es gab noch so viel zu sagen, unsere Zeit hat nicht gereicht und nun gibt es so viele Fragen, die wie Schiffe auf offener See treiben und deren Antworten für immer offen bleiben. 

Ich schrieb ihm Briefe, ohne zu wissen ob sie ihn erreichen und wartete vergebens auf ein Zeichen. Er ist der Einzige dem ich alles erzähle, auch wenn sich das Tuch nicht löst, welches mir zuschnürt die Kehle. Ich war nur noch eine Hülle, mit verschwommener Silhouette und ich wusste ich würde verschwinden, wenn ich mich nicht selber rette.

Und ich höre ihn noch lachen und sagen: „… hab keine Angst.“ Dass wir uns danach nie wieder sehen habe ich nicht geahnt. Vielleicht aber doch, denn als er aus meinem Auto stieg fuhr ich nicht los. Ich schaute ihm im Rückspiegel nach, bis er die Haustür geschlossen hat. Das habe ich vorher nie gemacht.

Vor achtzehn Jahren, da wurde mir etwas genommen und ich werde es niemals wieder bekommen. Ich musste wieder lernen zu leben, musste kämpfen und durfte nicht aufgeben. Die Bilder und Gefühle verändern sich nicht, doch mit der Zeit wechselt man die Sicht, man lebt weiter irgendwie, doch verstehen wird man es nie.

Heute da kann ich sagen: Ich habe nicht alles zurückgewonnen, aber neue Dinge dazu bekommen. Nichts ist mehr selbstverständlich und alles intensiver. Dankbarkeit, Liebe und Freundschaft, ich heute in doppelter Menge liefer. Heute blicke in den Himmel und sage ihm: „Mir geht es gut. Es kostete mich eine Menge Mut, aufzustehen und weiterzugehen. Es hat sich ausgezahlt, ich fand wieder Halt. Bei den Menschen die mich lieben, die trotz allem blieben und mich aufgefangen haben, ohne viel zu fragen. Die mich trauern ließen, so lang wie es dauerte. Solange ich in der Dunkelheit kauerte, zündeten sie ein Licht an damit ich den Weg zu ihnen zurück fand und sie wieder teilhaben ließ an meinem Leben, denn das hat doch noch so viel zu geben.“ Heute weiß ich dass die guten und schönen Dinge zu mir kommen, wenn ich es ihnen erlaube und ihnen durch meine Traurigkeit, nicht die Freiheit raube mir etwas Gutes zu tun. Ich lasse die Vergangenheit ruhen und vertraue dem Leben, denn jeder Tag zählt, jeder Tag ist ein Segen.

Natürlich ist da diese kleine Portion Schwermut. Die sitzt da in einer dunklen Ecke neben dem Monument in meinem Herzen, sie zeigt sich manchmal und bereitet mir Schmerzen. Doch das ist ein Teil von mir und ich nehme es an, im jetzt und hier. Sich zu erinnern ist so wichtig, zu vergessen wäre nicht richtig.

Mein großer Prinz, du fehlst mir hier. Doch ich weiß, du begleitest mich auf meinem Lebensweg, der irgendwann endet bei dir.

© Steffi Sandmann